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Kuba - Reisebericht

(21.12.2009 - 09.01.2010)

21.12.2009

 

In Havanna
In Havanna

 

Schneechaos in Deutschland.
Wir sind glücklicherweise schon gestern nach Frankfurt angereist und haben uns ein Hotel genommen. Hier fielen ca. 50 Flüge aus und fast alle anderen hatten Verspätungen. Der Düsseldorfer Flughafen stellte seinen Betrieb sogar ganz ein.
Wir befürchten für heute das Schlimmste und hoffen, heute Nachmittag fliegen zu können.
Mit 2 Stunden Verspätung heben wir ab. Der Flug mit Condor könnte besser sein. In einem großen Teil des Flugzeugs funktionieren die Leselampen und Monitore nicht und außerdem ist es bitterkalt in der Kabine. Überhaupt nicht weiter zu empfehlen, auch wenn die Temperaturen nach 2 Stunden etwas angenehmer werden.

Um 21:30 landen wir in Havanna und per Sammeltaxi fahren wir zur vorgebuchten Privatunterkunft. Vielleicht wäre ein Hotel an dieser Stelle besser gewesen, denn nun stehen wir hier im neunten Stock eines kahlen Hausflurs, und werden argwöhnisch von 2 Hunden (hinter einem Gitter) beobachtet und angekläfft.
Niemand öffnet uns die Tür, obwohl unser Klopfen und Schellen und das Bellen der Hunde alles andere als leise sind.
Irgendwann kommt ein anderer Gast, ein freundlicher Kanadier, und er versucht, den Vermieter telefonisch zu erreichen. Leider bleibt er genauso erfolglos wie wir, und so beschließen wir, auch wenn es mittlerweile sehr spät ist, ein Hotel zu suchen.
Im unteren Eingangsbereich des Hauses werden Nachbarn auf uns aufmerksam, und nun wird versucht, ein anderes Zimmer bei "Bekannten" zu organisieren, bzw. noch mal unseren Wohnungsbesitzer zu erreichen.
Der Nachbar schafft es tatsächlich, den alten Mann zu wecken. Er war vor dem Fernseher eingeschlafen!

Um 23:00 Uhr sind wir endlich in der Wohnung und die ist wirklich schön. Eine tolle Dachterrasse mit Blick über halb Havanna haben wir. Von der Terrasse aus der Blick über Zentrum und Altstadt, und aus unserem Zimmer sehen wir direkt auf den Malecon, die berühmte Straße direkt am Meer.

Nach unseren anfänglichen Problemen ist die Unterkunft nun doch kein Reinfall.

ÜN Havanna

22.12.2009

Havanna

Havanna
Kapitol

Havanna
Schulbus

Havanna
In Havannas Altstadt

Havanna
In Havannas Altstadt

Jetlag und kaum ein Auge zu getan. Als wir morgens aus dem Fenster schauen, sind die Straßen nass. Es muss nachts geregnet haben und nun ist der Himmel bewölkt.
Wir gehen früh los und suchen uns ein Lokal zum Frühstücken. Die Wahl ist eher schlecht. Wir trinken den ekligsten Kaffee unseres Lebens. Danach gehen wir los, um uns Havanna anzusehen.

Hier stehen an jeder Ecke die schönen alten Autos herum, besser als wir es uns vorgestellt hatten. Da wir nahe dem Kapitol wohnen, gehen wir als erstes dort hin. Direkt dahinter ist eine alte Tabakfabrik, und daneben befindet sich ein Lokfriedhof, auf dem alte Dampfloks darauf warten, für das Museum herausgeputzt zu werden.


Die Tabakfabrik besichtigen wir im Rahmen einer Führung und können dies trotz des hohen Eintrittspreises von 10 Cucs (=10 US-Dollar) pP empfehlen.

Durch verschiedene Befeuchtungs- und Trocknungsprozesse werden die Blätter so elastisch gemacht, dass sie beim Rollen nicht brechen. Sie fühlen sich wie Stoff an. Nachdem die Blätter ausreichend elastisch sind, erfolgt durch einige Arbeiter eine Vorauswahl. Sie sortieren die Blätter nach Größe, Farbe und Form und stellen daraus die einzelnen Mischungen zusammen, die den Geschmack der verschiedenen Marken ergeben.
Ein Stockwerk darüber sitzen die Tabakroller an ihren Tischen und rollen die Blätter bei lauter kubanischer Musik zusammen. Jeder scheint gut drauf zu sein und es herrscht eine lockere Atmosphäre. Leider ist es nicht erlaubt, zu fotografieren.

Nach der Führung gehen wir in die Vieja, Havannas Altstadt, wo man in jeder Straße etwas anderes vom kubanischen Leben entdecken kann. Schön restaurierte Häuser, alte Kirchen und schöne Plätze findet man neben eingefallenen Häusern, die ihre schönste Zeit längst hinter sich haben.
Auf der Treppe eines Hauseingangs entdecken wir den Mann, der als Titelbild auf der deutschen Ausgabe des Lonely Planet-Reiseführers abgebildet ist. Das Buch halte ich gerade in der Hand und vergleiche ungläubig die Gesichter. Der Mann scheint nicht viel von seiner "Berühmtheit" zu haben, so arm wie er ist.


Am späteren Nachmittag kommen wir am Revolutionsmuseum vorbei. geschichtlich sicher interessant, aber für uns, die wir schon den ganzen Tag auf den Beinen sind, nicht das Richtige. Hunderte von alten Zeitungsberichten und Fotos, das meiste auf Spanisch, manchmal mit englischer Übersetzung.

Zurück an unserer Casa ist es bereits dunkel. Wir gehen essen und sitzen anschließend noch lange mit unserem kanadischen Nachbarn auf der schönen Dachterrasse bei kaltem Cerveza zusammen.

ÜN Havanna

23.12.2009
Havanna

Havanna
Havanna Malecon

 

Havanna
Havanna Malecon

Havanna
Havanna Plaza De La Revolucion

 

Heute starten wir unsere Havanna-Besichtigungstour bei viel Sonnenschein.
Wir suchen einen Radverleih und nachdem wir ihn endlich gefunden haben, sagt man uns, dass sie schon längere Zeit keine Räder mehr verleihen. Zu viele wurden gestohlen! Schade, denn so müssen wir wieder zu Fuß losziehen.
Durch das chinesische Viertel gehen wir Richtung Malecon. Hier gibt es belebte Einkaufsstraßen und danach einsame Straßen mit Häusern, deren schönste Zeit schon lange Vergangenheit ist.
Den Malecon laufen wir runter bis zum Hotel National de Cuba. Dort treffen wir bei einer längeren Pause unseren kanadischen Nachbarn wieder.
Mit dem Taxi lassen wir uns zum Parque Lennon bringen. Hier hat man John Lennon wegen seiner anti amerikanischen Ansichten bzgl. des Vietnamkriegs ein Denkmal geschaffen. Er ist sozusagen ein Verbündeter - ein Revolutionär.
Am nahe gelegenen Friedhof Cementerio de Colon verlangt man 5 Cuc Eintritt. Zu teuer zum "mal eben Gucken" finden wir und gehen weiter zum Place de la Revolucion. Der Platz soll 1,2 Mio. Menschen fassen und außerdem steht hier mit 137 Metern Havannas höchster Aussichtsturm, von dem man einen guten Blick hat.
Viel spannender finden wir aber die Geier, die hier am Turm und über den Regierungsgebäuden ihre Kreise ziehen. Ein Bild mit gewisser Aussagekraft...

Um wieder ins Zentrum zu gelangen, fahren wir mit dem Taxi zurück zur Altstadt. Hier schauen wir einige Zeit dem Treiben zu, gehen etwas Essen und machen uns dann auf den Weg zurück zur Casa.

ÜN Havanna


 


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